Nach der Klinik

Viereinhalb Monate sind vergangen. Viereinhalb Monate Klinik. Eine turbulente, interessante Zeit mit vielen Hochs und Tiefs. 

 

Über diese Zeit möchte ich Euch gerne mein Fazit zeigen.

 

Viel Spass beim Lesen.

 

Eure Mona aka MaravillaSumaya

Meine viereinhalb Monate Tagesklinik

Januar

Am 4. Januar 2017 ging es los. Ich trat in eine Klinik in einem Ort ein, der ich davor überhaupt nicht kannte. Mit riesengrosser Angst, dass mich dort niemand mögen würde oder es mir gar nicht gefällt.

Vor dem Eintrittagespräch war ich mega nervös und nahm zur Unterstützung meinen Freund mit, der mir das ganze Gespräch über zur Seite stand. Das Gespräch war mit meiner Psychologin, die mich während des Aufenthalts betreute und dem Leiter der Tagesklinik, da meine Betreuerin an diesem Tag Krank war. 

Das Gespräch verlief ganz gut, am Ende ging mein Freund nach Hause und ich in den unteren Stock zu den anderen Patienten. Alle sassen am Tisch und ich wurde immer nervöser und stand einfach daneben, denn ich hatte keine Ahnung was ich sagen sollte. Irgendwann nahm ich meinen Mut zusammen und stellte mich allen vor. Eine junge Frau setzte mich neben mich und begrüsste mich aufgestellt und freundlich. In diesem Moment fiel der ganze Stress von mir ab, denn ich wusste, das wird super!! Und so wurde es auch. Mit ihr verstand ich mich am besten. 

Der erste Monat und vor allem die erste Woche war sehr turbulent. Zwischen Tränen und Lachen, schlechtem Gewissen und Verwirrtheit war alles dabei. 

Ich hätte jedenfalls nie gedacht, dass die ganzen Therapien mich so sehr aufwühlen würden und dennoch versteckte ich alles was sich in mir verbarg. Das, was noch tief in mir steckte bemerkte ich erst sehr viel später... 


Februar

Der Februar dagegen war ein sehr ruhiger Monat. Meine Lügen gingen weiter. Alles war so wie immer, ich konnte erstmals wieder besser essen, was natürlich alle freute, aber für mich dennoch schwierig war. Ich habe viel neues dazugelernt und hatte viele Gespräche in diesem Monat. Es kamen noch einige neue Gesichter dazu, und wir lernten uns alle bereits sehr gut kennen. 


März

Der März war daher schon wieder etwas turbulenter. Nach einer weile voller komischer Träume, sprach ich mit meiner neuen Freundin und wir waren uns einig, dass ich einmal mit einem anderen Betreuer sprechen sollte und so tat ich das auch. Nach diesem sehr aufwühlenden Gespräch, brachen all meine Masken auf, was anfangs sehr schwer war, sich aber als gut herausstellte. 

Das ganze Gespräch brachte sehr viel ins Rollen. Meine Masken verschwanden und ich zeigte auch einmal meine schlechten und traurigen Seiten. 

Ich bekam schon damals Angst vor dem Austritt, schliesslich war es schon der dritte Monat, aber auch das war nicht lange ein Problem, denn der Aufenthalt wurde verlängert bis im April. 


April

Der April war wieder ein Achterbahn Monat. Ich wusste, meine neue Freundin würde sich Mitte April verabschieden müssen und ich wäre von da an "alleine" in der Klinik. Immer wieder mussten sich von da an Leute verabschieden und neue Menschen tauchten auf. Das war alles so eine schräge Zeit, wenn Menschen gehen, die man in dieser Zeit so lieb gewonnen hatte. Aber auch das gehörte dazu. 

Tatsächlich fürchteten sich andere Patienten davor, dass meine neue Freundin austreten würde und ich komplett abstürzen würde, aber der "Absturz" kam erst, als auch noch weitere neue Freunde die Klinik verliessen.

Ich verschloss mich zunehmends immer mehr und wurde wieder still und leise.

Irgendwann verliessen mich all meine Gefühle und ich war einfach nur leer und immer verzweifelter. 

Irgendwann konnte ich kaum aufhören mich zu ritzen aus Verzweiflung. Irgendwann war es schon fast an der Tagesordnung. Leider. 


Mai

Auf den 12. Mai wurde mein Austritt angesetzt. Eine Horrorvorstellung! Aber es musste sein und das wusste ich. 

Denn je länger ich noch gewartet hätte, desto schlimmer wäre es wohl geworden. Mit all den lieben Menschen aus der Klinik möchte ich natürlich in Kontakt bleiben, denn wir haben sehr vieles zusammen erlebt.  Sehr vieles sogar. 

Meinen Abschluss in der Klinik war natürlich auch total durchgeplant. Ich habe mich schon zwei Wochen davor fürs Backen vorbereitet, habe am Montag vor dem Austritt Fotos bestellt, Briefe geschrieben und alles war geplant. 

Am 12. Mai war es dann soweit. Nachdem ich aber bereits viel zu spät in der Klinik ankam, fiel auch der halbe Kuchen wegen einer Vollbremsung auf der Autobahn auseinander. Der Morgen bestand hauptsächlich aus ausrasten und Selbstverletzung und anstelle in die Klinik zu gehen, sass ich nur davor auf der Mauer und liess meinem Abschiesschmerz freien lauf, bis meine Betreuerin mich holte. Den rechtlichen Tag über war ich aufgezogen, wie auf Drogen. 

Meine Freunde - die bereits ausgetreten waren - kamen zu Besuch, was mich sehr freute. 

Der Abschied verlief dann auch eher hyperaktiv als traurig, konnte mich da auch kaum zurückhalten. 


Sonntag nach dem Austritt - wie geht’s es mir?

Jetzt sind zwei Tage vergangen und was soll ich sagen? Der Schmerz sitzt tief und meine ersten Ausraster hatte ich auch bereits. Samstag glaubten mein Freund und ich beide wir müssten gleich dem Kriseninterventionszentrum anrufen, weil ich total durchdrehte. Zum Glück konnte ich mir irgendwann wieder beruhigen und der restliche Tag verlief eher ruhig. 

Heute am Sonntag hatte ich erneut einen kurzen Ausraster und fühle mich unbeständig. Aber was soll man machen? Der Schmerz ist da, da besteht keine Frage. Aber es wird besser, es muss besser werden. 

Morgen werde ich zum ersten Mal seit fünf Monaten wieder arbeiten gehen, wovor ich übelst nervös bin. Das kann mir wohl keiner verübeln. Am Nachmittag werde ich mich mit meinen Bekanntschaften in der Klinik treffen - weil sie alle einfach so tolle Menschen sind.

 

Auf meinem Instagramaccount werde ich euch auf dem laufenden halten, wie es mir geht und wohl auch bald wieder einen Blogpost dazu machen. 

Alles darüber findet ihr auf der Seite MentalHealth

Ganz herzlich möchte ich mir für's lesen bedanken.

Bei Fragen dürft ihr mich gerne kontaktieren.

 

Eure Mona aka Maravillasumaya

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