22, depressiv, arbeitslos

Ich bin doch erst zweiundzwanzig...

... und habe schon das zweite Mal in meinem Leben meinen Job verloren. Oder bin gerade das zweite Mal dabei. Aber sagen wir's mal so; Alter schützt weder vor Strafe, noch vor Krankheit, geschweige denn vor Arbeitslosigkeit. 

 

Viele fragen sich – und das berechtigt – was passiert sein muss, dass man jemanden aufgrund seiner Depression auf die Strasse stellt. Ja, an sich eine gute Frage, wirklich.

 

 

Vor drei Jahren fing alles an. Eigentlich genau am 21. Oktober 2015. Also noch genauer schon Jahre davor aber ich hab keine Kraft auf das alles auch noch einzugehen. Ich hatte also am 21. Oktober 2015 einen Autounfall. Im August 15 habe ich gerade meine Lehre als Kauffrau angefangen und schon war ich krankgeschrieben, wegen des Unfalls. Das war aber noch nicht der Anfang aller Anfänge; ich hätte dann vor Gericht sollten, wollte und konnte ich aber nicht und so folgte kurz darauf der komplette Zusammenbruch. Ich rutschte in die Anorexie ohne es zu merken. Das zog sich ein Jahr lang so hin und ich wurde immer dünner und dünner. Nach einem Jahr ging ich endlich zur Therapie und ab Januar 2017 ging es dann für fünf Monate in die Klinik. Während dieser Zeit unterbrach ich meine Ausbildung für ein Jahr und wiederholte sozusagen das 2. Lehrjahr. Somit kam ich auch in eine neue Klasse und fing langsam an wieder zu arbeiten. Soweit so gut. Aber kaum ein Jahr nach der Klinik, habe ich öfters mal kleine Zusammenbrüche und bin ab und zu ein Tag krank. Aber irgendwie fand das nicht so „anklang“ und irgendwie bekamen alle Angst. Es ist ein komisches Gefühl zu wissen, dass um einen herum alle Angst haben, dass man sich etwas antut. 


Der Infekt, das Gespräch und ich

Dann hatte ich Geburtstag, am 15. Juni, und ich hoffte nach wie vor, dass das zweiundzwanzigste Lebensjahr mehr Liebe für mich hätte. Aber falsch gedacht. Kaum zwei Tage zweiundzwanzig, schon lag ich mit einem Infekt im Bett. Ärzte- und Spital-Aufenthalt konnten nicht vermieden werden. Dann am Donnerstag das Gespräch und ich konnte nicht dabei sein, da ich bei der Nachuntersuchung im Krankenhaus war. Also alles ohne mich. Lehrerin, eine Frau vom Kanton, meine Chefin, deren Chefin, mein Psychiater - alle sprachen sie über meine Zukunft. Im Nachhinein bin ich sogar froh nicht dabei gewesen zu sein. Ich hätte dieses Gespräch wohl nicht verkraftet.

Dann, fast eine Woche später, erfuhr ich endlich was Sache ist. 


22, depressiv, arbeitslos

Das ist keinesfalls ein "clickbait" Titel, sondern so wie es sich für mich nach dem ersten Schockmoment anfühlte. Denn mir wurde gesagt, dass ich nicht mehr da arbeiten könne, wo ich nun fast drei Jahre verbracht hatte. 

Meine Welt brach in tausend Scherben.

 

"Niemand hält es mit mir aus"

"Ich bin ein Versager"

"Niemand hilft mir"

"Ich bin alleine"

"Alle lassen mich fallen"

"Nicht schon wieder!"

 

Alles Sätze, die mir durch den Kopf schossen. Wobei wir die Sätze jetzt richtig stellen müssen, denn das ist alles nur die Dämonin Runa in mir. 

 

"Niemand hält es mit mir aus" -> Man hat Angst um mich, dass ich mir etwas antue.

"Ich bin ein Versager" -> Ich kann nichts für meine Krankheit

"Niemand hilft mir" -> Meine Chefin, meine Lehrerin, mein Psychiater, mein Freund, meine Freunde; alle helfen sie mir

"Ich bin alleine" -> Das bin ich nicht

"Alle lassen mich fallen" -> Man will mich schützen

"Nicht schon wieder!" -> Gut, hiergegen kann ich nichts sagen, das entspricht leider der Wahrheit. Denn ich wurde bereits in meiner Krankenschwester-Ausbildung "gespickt" aufgrund meiner psychischen Erkrankung. 

 

Aber ich fühlte mich doch gerade sehr hoffnungslos, traurig, einsam, perspektivlos. Ich finde es übrigens gerade verdammt schwer hier irgendwelche Gefühle aufzuschreiben, denn um ehrlich zu sein, hab ich mich total zusammen gerissen, als ich es erfahren habe. Erst als ich bei meinem zukünftigen Ehemann war, flossen nur noch Tränen und es fühlte sich an, wie wenn man mir Steine in den Bauch gelegt hätte. Ich war am Boden zerstört.

Auch am Tag darauf - am ersten Tag Arbeit mit der Gewissheit gekündigt zu werden - konnte ich auch nichts anderes ausser weinen. Weinen, die Steine in meinem Bauch spüren und am Boden zerstört irgendwie den Tag rumbringen. 


Schreibblockade

Mir fällt es unglaublich schwer irgendwas zu schreiben, ohne das es total emotionslos klingt. Daher hab ich mich entschied auf meinem Instagram-Account eine Story zu erstellen, wo ich davon erzähle. Ein Youtube-Video mache ich aus dem Grund nicht, da bald das Subaru Treffen stattfindet, ich da ein Video mache und das mit der momentanen Situation einfach zu viel für mich ist und ich da Prioritäten setzen muss, was ich will und was man eben auch mal seinlassen kann. Das nächste Youtube-Video (das nicht um Autos geht) ist eigentlich eines über meine Tattoos geplant, da ich da auch schon gefragt wurde, was die denn alles bedeuten. 

mit Klick auf das Bild kommt ihr direkt zu der Story wo ich ein bisschen erzähle und euch auf dem Laufenden halten werde :)
mit Klick auf das Bild kommt ihr direkt zu der Story wo ich ein bisschen erzähle und euch auf dem Laufenden halten werde :)

Schuldzuweisung

Die Schuld für meine aktuelle Situation schiebe ich niemandem in die Schuhe. Dieser Beitrag ist auch nicht da, um meinen Arbeitgeber schlecht zu machen, ganz und gar nicht!! Denn alles was mein Arbeitgeber macht, ist sich und mich versuchen zu schützen, damit nichts passiert. Klar ist es ungünstig und man fühlt sich als Arbeitnehmerin beschissen, aber ich gebe ihnen keine Schuld, schliesslich kann niemand was für meinen psychisch instabilen Zustand! Also braucht hier auch niemand innerlich gegen irgendjemanden aus meinem Umfeld zu motzen! Es hat einen Sinn weshalb es so ist, auch wenn es sich gerade anfühlt wie der Weltuntergang und ich hoffnungslos zusehen muss. Aber: und das ist der Punkt; es wird besser, es ist bereits eine Lösung in Sicht, auch wenn sich die bis jetzt noch falsch anfühlt, aber sie muss sich auch noch nicht richtig anfühlen. Es ist erst ein paar Tage her, seit ich weiss wie es bald sein wird, von daher erwarte ich da selber nicht mehr von mir. 


zum Schluss

Ich werde auf jeden Fall meinen weiteren Weg dokumentieren, damit andere Betroffene auch sehen, dass sie nicht alleine sind mit so einer Situation! Auch geht es mir darum, dass alles irgendwo raus zu lassen und da ist Instagram, Youtube, sowie mein Blog hier eine gute Plattform. 

 

Ich möchte mich auch bei allen bedanken, die mich Unterstützen, zu mir stehen und mich halten in dieser schwierigen Zeit. 

 

Danke für's lesen.

 

Deine Mona aka MaravillaSumaya

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

In Case of an Emergency / Notfallnummern

Notfallnummern Schweiz

Notfalldienst Universitätsklinik Psychiatrie Bern

031 632 88 11

 

Notfalldienst Universitätsklinik Psychiatrie Bern

031 930 91 11

 

Inselspital Bern

+41 31 632 88 11

 

Psychiatrische Dienste Aargau AG

Tel. 056 462 21 11

 

Notfalldienst Kanton Luzern

0900 85 65 65

Kinder und Jugendliche T 058 856 45 00

Erwachsene 058 856 53 00 

 

Stadt Zürich Notfall-Psychiater

 +41 44 421 21 21

 

Kriseninterventionszentrum in Zürich

+41 44 296 73 10 das Kriseninterventionszentrum Winterthur

Tel. +41 52 224 37 00

 

24 Stunden Notfalldienst Zürich

+41 44 255 11 11

 

Sanität 144 / Polizei 117

 Psychiatriezentrum Münsingen PZM 

T 031 720 81 11

 

Notfall Inselspital, Psychiatrische Poliklinik 

T 031 632 88 11

 

Universitäre Psychiatrische Dienste UPD Waldau 

T 031 930 91 11

 

Umgebung Münsingen, Rubigen bis Oberdiessbach

0900 57 67 47 

 

Notfallnummer Region Biel

0900 900 024

 

PBR-Aussenstelle Sitten

Tel: 027 323 71 04

 

PBR-Aussenstelle Martigny

Tel: 027 603 63 00

 

PBR-Aussenstelle Monthey

Tel: 027 604 73 90

 

Notfallberatung Martigny

 027 603 63 00

 

Dargebotene Hand

143

 

Notfallnummern international

Für Deutschland

Notfall 112 / 117 / 116

0800 - 1110111 oder 0800 - 1110222 

0800 - 111 0 333

 

Südtirol Notfallnummern

·         840 000 481

·        0471 288328

·         Jugendtelefon 0471 970950

 

 

Österreich Notfallnummern

·         Telefonseelsorge

www.telefonseelsorge.at

anonyme, kostenlose Beratung zu jeder Tages- und Nachtzeit innerhalb jedes Bundeslandes unter der Telefonnummer 142

 

·         Die Psychiatrische Soforthilfe http://www.psd-wien.at/psd/52.html

 

telefonisch, ambulant, mobil: Beratung zu jeder Tages- und Nachtzeit unter der Telefonnummer 01- 31330



Wichtig

Mitdem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Anbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seiten ggf. mit zuverantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesem Inhalt distanziert. Und das tue ich! Für alle Links auf dieser Homepage gilt: Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller verlinkten Seitenadressen auf meiner Homepage und mache mir diese Inhalte nicht zu eigen. Ebenso gilt dies für Fotos auf diesem Blog, die zum Teil nicht mir selbst gehören. Sollte jemand sein eigenes Bild auf meinem Blog entdecken und nicht damit einverstanden sein, so bitte ich um Entschuldigung und eine kurze Benachrichtigung. Ich werde die betreffenden Inhalte dann sofort entfernen. An meinen Fotos & Texten und ähnliches behalte ich die Rechte.